Zusammen mit Vereinen der Münchener les-bi-schwul-transgender Szene hat der TransMann e.V. am 18. Mai 2010 das Aktionsbündnis für Solidarität gegen Lesben-, Schwulen- und Transfeindlichkeit ins Leben gerufen.
In den vergangenen Jahren war die Zahl der Gewaltakte gegenüber Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender im Glockenbachviertel, dem “Queeren Viertel” Münchens kontinuierlich angestiegen. Nach Jahren der gefühlten Sicherheit und der Aufgeklärtheit der breiten Öffentlichkeit, sind die verbalen und manchmal auch handgreiflichen Übergriffe für so manchen erschreckend. Gerade in der letzten Zeit, als Lokale im Viertel Opfer von Überfällen wurden, ist das Gefühl von Sicherheit erschüttert worden. Fast schon gewohnt sind Horden betrunkener Gäste, die das traditionell schwul-les-bi-transgender Viertel als In- und Party-Viertel Münchens aufsuchen, auch um “sich mal Schwule angucken zu gehen” – wobei es da selten beim bloßen Schauen bleibt, sondern oft in diskriminierender Weise Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender verbal angegangen und nachgeäfft werden.
Bereits seit einiger Zeit beschäftigen sich Szenevertreter und die Stadt München mit sogenannter Hass-Musik, d.h. Musik, in deren Texten und z.T. auch über Gestik in Bühnenauftritten Gewalt gegenüber Schwulen, Lesben und Transgendern verherrlicht wird. Hass-Musik kann sich auch gegen Migranten, Behinderte und andere Randgruppen, aber auch generell gegen Frauen wenden. Das Spektrum ist leider sehr breit. Zum Thema Hass-Musik gegen Schwule, Lesben und Transgender hatte es im Februar 2010 bereits im Stadtrat ein Hearing gegeben, welches auf sehr viel Beachtung in und außerhalb des Stadtrats gestoßen war.
Dem Anstieg der Gewalt gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender wollen wir uns nicht tatenlos geschlagen geben. Das Aktionsbündnis möchte als erste Maßnahme Fälle von verbaler, psychischer und physischer Gewalt sammeln. Zuerst benötigen wir einen genaueren Überblick über die Zahl und Art der Übergriffe, um mit diesem Wissen ausgestattet gezielt Maßnahmen ergreifen zu können.
Der Sub e.V. hat die Koordination übernommen. Mit im solidarischen Bündnis sind: Sub e.V., Anti-Gewalt-Projekt, LeTra e.V., Rosa Liste, die Grünen, die Linke, die Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen, diversity, die Münchener Aids-Hilfe, der Münchner Löwen-Club, die Isarbiker, die Viva TS Transsexuellen Selbsthilfe München und die Philhomoniker. Weitere Vereine und Gruppierungen werden sich sicherlich anschließen.
In der Abendzeitung vom 26. Mai 2010 ist folgender Artikel zu diesem Thema”Gewalt gegen Homosexuelle: Münchens Schwule in Sorge”, siehe: http://www.abendzeitung.de/muenchen/188368